Prävention durch Aufklärung am Eltviller Gymnasium

5. Februar 2014 in Allgemein

Thema SEXTING – Medienscouts Rheingau arbeiten präventiv in den Schulen

Eltville am Rhein. SEXTING – ein Wort, das seit Monaten immer wieder in den Medien auftaucht und Eltern, Lehrer und Betroffene vor eine große Aufgabe und Herausforderung stellt. Diesem Thema haben sich nun die Rheingauer Medienscouts gestellt und sind aktiv auf Kinder/Jugendliche zugegangen.

Diskussionsrunden im Eltviller Gymnasium haben stattgefunden. Dabei wurden die achten und neunten Klassen als Zielgruppe ausgesucht und die Klassen geschlechterspezifisch getrennt. Die männlichen Medienscouts übernahmen die Jungen, die  weiblichen Scouts die Mädchen. Die Vorträge zum Thema Sex-ting wurden bereits in der letzten Sitzung der AG Medienscouts im November 2013 beschlossen. Es ist wichtig, gerade mit solch einem heiklen Thema besonders sensibel umzugehen. So wurden die Scouts vorab geschult und vorbereitet, um gestärkt und selbstbewusst auf die Jugendlichen zugehen zu können. „Das war sicher keine ganz einfache Aufgabe, gerade in dieser Klassenstufe“, so Ursula Wolf, städtische Jugendpflegerin. Dies zeigte sich auch anfangs in den Runden. Die Schülerinnen und Schüler waren eher verhalten, eine Diskussion kam eher zögerlich auf.

Die Scouts hatten zum Einstieg in das Thema einen Film gezeigt: „Vom Strampler zu den Strapsen – Jugend ohne Kindheit“. Ausgestrahlt wurde der Dokumentarfilm im September vergangenen Jahres auf 3Sat. Er zeigt die Sexualisierung von Kindern bereits im frühen Alter durch Medien, Spielzeug- und Werbeindustrie und deren Folgen auf ihre persönliche Entwicklung. Im Anschluss an den Film, der die Schülerinnen und Schüler offensichtlich zu Herzen ging, klärten die Scouts über die Gefahren im Internet auf, gezielt zum Thema SEXTING. Dabei ging es um das Verschicken von Nacktbildern, Selbstverletzung, Mobbing und generell um Jugendpornografie. Besonders bei den Mädchen, die zumeist in der Opferrolle landen, wurde darüber gesprochen, wie sie in diese Rolle kommen und vor allen Dingen wieder herausfinden.

Dann gab es Raum und Zeit für Schilderungen und Erfahrungen, Fragen stellen und diskutieren. Wolf: „Selbst wenn es keine rege Diskussion an diesen Tagen gab, ganz sicher ist vieles bei den Jugendlichen hängen geblieben und sie denken in Zukunft mehr darüber nach, bevor sie irgendein Foto veröffentlichen oder sich über ins Netz gestellte Fotos auslassen.“

Zum Schluss konnten die Scouts aber doch noch ein positives Feedback für sich gewinnen: die Teilnehmer zeigten sich dankbar für die Veranstaltungen, die jeweils in der 7. und 8. Stunde im Gymnasium Eltville stattgefunden haben. Charlotte Chee/Mediensout: „Viele hatten dieses Thema zwar schon einmal im Rahmen des Unterrichts durchgenommen, aber hier mit uns war die Ebene einfach eine andere. Sie fanden es sehr gut, dass ihnen wir Jugendlichen zur Seite gestellt wurden, denn sich vor den Lehrkräften zu öffnen, fällt natürlich schwerer.“

Bürgermeister Patrick Kunkel: „Das ist das Ziel des Projektes Medienscouts Rheingau: Themen aktiv angehen, Kids und Jugendliche für das „Leben im Internet“ stark und sicher machen, präventiv arbeiten. Und wenn es doch mal zu Vorfällen kommt, dann sind die Medienscouts immer ansprechbar!“

Ansprechbar sind die Medienscouts an den Rheingauer Schulen und ganz neu auch ab März 2014 einmal monatlich im Eltviller JugendTreff in der Schwalbacher Straße 40: „Jeden ersten Dienstag im Monat von 18 bis 19 Uhr stehen den Kindern und Jugendlichen dann die Scouts für Fragen und Beratung zur Verfügung, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Wir möchten damit allen die Möglichkeit geben, sich in ungezwungener Atmosphäre außerhalb der Schule zu informieren und im direkten Gespräch austauschen zu können“, so Birgit Roßkopf (Pressestelle Stadt Eltville am Rhein), die die AG Medienscout gemeinsam mit Ursula Wolf leitet.

Folgende Medienscouts haben die Vortrags- und Diskussionsrunden geleitet: Franziska Bruns, Hannah Grötecke, Marie Specht, Charlotte Chee, Jennifer Emma Eichmann, Jonas Grötecke, Dennis Hartmann, Matthias Ott und Lorenz Baum.

Eltville am Rhein, 5. Februar 2014

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