Konzeption

Dem Konzept der Peer-Education basiert auf dem Ansatz, dass Jugendliche sich in vielen Fällen lieber von Gleichaltrigen beraten lassen, die zudem ein ähnliches Nutzungsverhalten haben. Die ausgebildeten Medienscouts können ihr Wissen an andere weitergeben. Zur Seite stehen ihnen dabei die Jugendmedienschutzbeauftragten der Schulen, die städtische Jugendpflegerin, Ursula Wolf, sowie der Fachberater für Jugendmedienschutz des Staatlichen Schulamts, Günter Steppich. Ziel ist es, ein festes Team zu bilden, das stets im Austausch bleibt. Da die Medienscouts selbst noch Heranwachsende sind, bedarf es einer „Rückfallposition“, d.h. die Medienscouts brauchen feste Ansprechpartner, an die sie sich selbst bei Fragen zu Inhalten oder zum Umgang mit an sie herangetragenen Problemen wenden können.

Das Besondere an unserem Projekt liegt in der Breite des Bündnisses. Die AG-Mitglieder sind zum Teil auch aktive Mitglieder des Präventionsrates Oberer Rheingau. Der Präventionsrat hat ebenfalls beschlossen, sich mit dem Thema Medienkompetenz zu beschäftigen. Eine Besonderheit liegt auch in der Verknüpfung Schule und städtische Jugendarbeit. Die Tatsache, dass immer mehr Schulen sich zu Ganztagesschulen entwickeln, hat eben auch Auswirkungen auf die Jugendarbeit. Mit diesem gemeinsamen Projekt holen wir die Bildungsarbeit einerseits in die Jugendarbeit zurück und erweitern gleichzeitig den Rahmen für schulische Arbeit, weil die Scouts nicht nur vor Ort in den Schulen, sondern auch extern beraten.

Ausbildung und Betreuung der Medienscouts

Die Medienscouts sowie ihre betreuenden Lehrkräfte (Jugendmedienschutzbeauftrage) werden nach folgendem Rahmenkonzept aus- und fortgebildet und bei ihrer Arbeit betreut:

  • Einführungsveranstaltung „Sicher ins Netz“ für die Medienscouts mit dem Fachberater für Jugendmedienschutz des Staatlichen Schulamts (5 Zeitstunden).
    Inhalte: Soziale Netzwerke,Chats, Messenger und andere Apps – Schutz der Privatsphäre, Datenschutz – Onlinemobbing – Umgang mit Email und Passwörtern – Computersucht – mögliche Folgen übermäßigen Bildschirmkonsums – Das Recht am eigenen Bild – Downloads und Urheberrecht – Abzocker im Internet/Kostenfallen – Trojaner, Viren und andere Schadprogramme
  • Lehrerfortbildung „Pubertät 2.0 – Einblick ins digitale Schülerleben“ für die betreuenden Lehrkräfte, ebenfalls durch den FB für JMS (5 Zeitstunden).
    Inhalte: wie oben, plus Medienerziehung und Jugendmedienschutz, Jugendgefährdende Inhalte
    Die Schulleitungen der beteiligten Schulen ernennen die Lehrkräfte zu JMS-Beauftragten und stellen angemessene Entlastung zur Verfügung.
  • Präsentationsschulung für die Medienscouts durch die JMS-Beauftragten und externe, professionelle Referenten (3-7 Zeitstunden).
  • Online-Fortbildung und Beratung der Medienscouts über die Facebookgruppe Medienscouts www.facebook.com/groups/228220623898512 bzw. weitere schulinterne Gruppen.
  • Die Vorortbetreuung in den teilnehmenden Schulen ist unterschiedlich organisiert, zumeist über AGs oder Wahlpflichtunterricht.
  • Der Fachberater für JMS stellt den Medienscouts eine umfangreiche Powerpoint-Präsentation zur Verfügung, die sie für ihre Aktivitäten bearbeiten und anpassen können, sowie weiteres Material und aktuelle Informationen auf seiner Website www.medien-sicher.de
  • Rekrutierung und Ausbildung des Medienscoutnachwuchses wird von den Medienscouts und den sie betreuenden schulischen Beauftragen für JMS gemeinsam durchgeführt, bei Bedarf unterstützt vom Fachberater für JMS des Staatlichen Schulamts.
  • Hauptaufgabe der Medienscouts ist die präventive Arbeit in den Klassenstufen 5 bis 8/9, die an den Schulen unterschiedlich organisiert wird: Jahrgangsweise, klassenweise, Projekttage, geschlechterspezifisch, etc. Als Streitschlichter und Berater bei akuten Vorfällen sind die Medienscouts, nach den Erfahrungen der ersten 4 Jahre, weniger gefragt – was wir als logische Konsequenz einer funktionierenden Präventionsarbeit verbuchen.